Atkins Diät - verschiedene Artikel und Meinungen

Artikel 1

Beschreibung
Die Zufuhr von Kohlenhydraten wird drastisch eingeschränkt, zunächst auf fast Null, später minimal nach und nach erhöht. Fleisch, Eier, Fisch, Käse, fette Mayonaise darf in unbegrenzter Menge gegessen werden, egal wie hoch der Gehalt an tierischen Fetten ist. Im Gegenteil der Verzehr von tierischem Fett in Mengen wird direkt propagiert. Statt der Kalorien werden Kohlenhydrate gezählt. Täglich wird mit einem Urinteststäbchen kontrolliert, ob der Körper Ketonkörper (ein Stoffwechselprodukt, das dieser einseitigen Ernährung entsteht) bildet und ausscheidet, denn dies wird als wünschenswert angesehen.

Bewertung:
Einseitige Ernährung, rascher Gewichtsverlust zu Anfang vor allem durch Wasserverlust, Gefahr des Vitamin-, Ballaststoff- und Mineralstoffmangels. Führt leicht zu erhöhter Cholesterin- und Purinzufuhr. Führt häufig zu Verstopfung (dadurch unter Umstädnen Erhöhung des Risikos für Dickdarmkrebs), Mundgeruch, Benommenheit und Müdigkeit. Die Empfehlung viel zu trinken ist bei dieser Diät lebensnotwendig, damit die Nieren die gebildeten Ketonkörper und Harnsäure ausscheiden können. Besonders Schwangeren, Nieren- und Leberkranken sowie Alkoholikern wird aus medizinischer Sicht von dieser Diät unbedingt abgeraten. Erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, Gicht und Arteriosklerose.Kein Lerneffekt bezüglich gesunder Ernährung.

Artikel 2

 
 Friedrich Bohlmann, Diplom-Ernährungswissenschaftler
 
Nach dieser Diät sind bereits schwere Erkrankungen aufgetreten, lassen Sie deshalb die Finger von der Atkins-Diät.

Nach Meinung des amerikanischen Arztes, Dr. Robert Atkins, bauen viel Fleisch, Fisch, Käse und Eier auch ohne drastische Fettbegrenzung das Übergewicht optimal ab. Der Eiweiß- und Fettverzehr ist uneingeschränkt erlaubt. Nur kohlenhydratreiche Lebensmittel sollten Sie meiden: also kaum Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis, keine Süßigkeiten und Kuchen. Auch Obst und Gemüse sollen eingeschränkt werden. Weil es bei dieser einseitigen Ernährung zu Vitamin-und Mineralstoffdefiziten kommt, werden Nährstoffpräparate empfohlen.

Die
Atkins-Diät unterscheidet zwischen "verbotenen" und "erlaubten" Lebensmittel und fördert deshalb rigides Verhalten. Das wiederum begünstigt einen Wechsel zwischen Diätphasen und zügellosem Essen - Regelverstöße sind vorprogrammiert. Eine sinnvolle, langfristige Ernährungsumstellung lässt sich so nicht erreichen.

Die Atkins-Diät führt ganz gezielt zu einem Kohlenhydratmangel. Der Stoffwechsel muss sich dadurch stark umstellen und kann das Fett nicht mehr optimal verwerten. Die Folge: Es bilden sich Abbauprodukte, die den Hunger drosseln, allerdings auch die Nieren belasten und einer
Gicht Vorschub leisten. Ein weiterer Nachteil der Atkins-Diät: Die sehr fetten Lebensmittel können die Blutfettwerte in die Höhe treiben und damit langfristig zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Ohnehin wird sich bei dieser einseitigen Ernährung selbst der größte Liebhaber von Schweinshaxen und Rinderrouladen bald nach frischem Obst und Gemüse sehnen.

Im Mai 2003 veröffentlichten Wissenschaftler eine Studie zum diesem Thema im "New England Journal of Medicine". 63 übergewichtige Personen erhielten entweder die Atkins-Diät oder kohlenhydratreiche, fettarme Nahrung. Innerhalb der ersten sechs Monate verloren die Atkins-Anhänger deutlich mehr Pfunde als die andere Gruppe. Dieser Unterschied war nach einem Jahr allerdings nicht mehr vorhanden. Endgültige Schlussfolgerungen über die Effektivität der Diät lassen sich jedoch nicht ziehen, da nur sehr wenige Personen in dieser Studie beteiligt waren und nur 60 Prozent die Diät auch ein Jahr lang durchhielten.
 

 
Redaktion Isabel Kirchhof, Diplom-Oecotrophologin
 
Aktualisierung 10.03.2004


Artikel 3
 

04.05.2004 - Atkins-Diät - ein Schlemmer-Paradies?
 
Ist die Atkins–Diät geeignet das Körpergewicht zu reduzieren?
 
An der Atkins-Diät scheiden sich die Geister. Der gleichnamige Begründer dieser Diätform soll erhebliches Übergewicht und Herzprobleme gehabt haben, als er letztes Jahr verstarb - so die Gerüchteküche. Ist die Atkins-Diät wirklich geeignet, das Körpergewicht zu reduzieren oder ist die Atkins-Diät sogar gesundheitsschädlich? Auf was sollten Übergewichtige achten? Gibt es Langzeitstudien? Wir haben darüber mit Dipl. oec. troph. Anke Petruschka gesprochen...
Ist die Atkins-Diät geeignet das Körpergewicht zu reduzieren?

Dipl. oec. troph. Anke Petruschka: Ja, Studien beweisen, dass es zu einer Gewichtsreduktion kommt. Wobei hier tatsächlich vorrangig Fettgewebe abgebaut wird, und im Gegensatz zu anderen Diäten kaum Muskelmasse.

Was für Risiken gibt es, und auf was sollten Übergewichtige achten?

Anke Petruschka: Die Risiken liegen in der Zusammensetzung der Kost. Diese ist relativ arm an bestimmten Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, so dass eine Supplementation mit Mineralstoffen und Vitaminen sowie sekundären Pflanzenstoffen notwendig ist. Der Atkins - Diät fehlt es einfach an konzentrierter Kraft aus Obst und Gemüse. Nach der Diät wurden auch keine erhöhten Cholesterinwerten oder ähnliches festgestellt. Ob es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann, ist noch unklar.

Durch den vermehrten Fettabbau kommt es zu einer erhöhten Bildung von Ketonkörpern. Hier besteht die Gefahr einer Ketoazidose, so dass eine regelmäßig Kontrolle mittels eines Urintestes vorgenommen werden sollte. Durch die unzureichende Zufuhr von Ballaststoffen kann es zu Verstopfungen kommen. Zu beachten ist wie bei jeder Diät eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Warum nimmt man ab, trotz großer Mengen an Fett?

Anke Petruschka: Atkins begründet die Abnahme damit, dass beim Fehlen von Kohlenhydrate vorhanden sind, ausschließlich Fett zur Energiegewinnung genutzt wird. Die Kost hat außerdem kaum eine Wirkung auf den Insulinspiegel. Auch ist das Sättigungsgefühl bei einem Fett-Eiweißgemisch relativ hoch, und es ist eine hypokalorische Kost. Hinzu kommt, dass sich die Personen oft unwohl und schlecht fühlen, sowie einen Ekel vor fettreichen Lebensmitteln entwickeln, was letztlich zu einem verringerten Appetit und einer geringeren Aufnahme an Lebensmitteln führt.

Eignet sich diese Kostform für eine dauernde Anwendung?


Nein, solange es noch keine Langzeitstudien gibt, die über langfristige Risiken berichten können. Weiter entspricht diese Kostform nicht "unserem Geschmack", und eine fett- sowie eiweißreiche Kost kann langfristig nicht den Bedarf an allen notwendigen Nährstoffen decken.
 
 

Artikel 4

Hintergrund: Die Atkins-Diät - lieber nicht

Die Atkins Diät wurde von Robert C. Atkins (1930 – 2003) entwickelt. Übergewicht entsteht laut Robert C. Atkins nicht durch zu hohen Fettverzehr. Schuld sind zu viele Kohlenhydrate. Der Atkins Diät liegt die Vorstellung zugrunde, das Kohlenhydrate dick machen. Aus diesem Grund werden sie so weit wie möglich reduziert.

Die Mengen an Fett und Eiweiß sind unbegrenzt. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis sind in den ersten zwei Diätwochen verboten. Danach sind wenige Kohlenhydrate erlaubt. Es ist notwendig Vitamin- und Mineralstoffpräperate zur Vermeidung von Mangelzuständen einzunehmen.

Das Überraschende ist, dass man mit dieser Diät wirklich abnimmt. So fanden Wissenschaftler heraus, dass mit der Atkins Diät die Gewichtsreduktion größer ist als mit einer fettarmen Diät (1,2). In einer Studie wurde auch ein Anstieg des HDL - Wertes bemerkt, während das LDL sogar sank.

Warum nimmt man aber mit Fett ab? Atkins begründet es damit, dass wenn keine Kohlenhydrate vorhanden sind, ausschließlich Fett zur Energiegewinnung genutzt wird. Zudem ist die Kost hypokalorisch mit einer relativ hohen Sättigung. Allerdings hat diese Diätform einige Nachteile. So muss diese ein Leben lang durchgehalten werden. Dies ist aber praktisch unmöglich. Neben dem geschmacklichen Problem - wer mag morgens schon Steak mit Zwiebeln zum Frühstück - treten auch gesundheitliche Probleme auf. Da diese Kost viel Eiweiß enthält, ist sie für Personen mit Nierenschäden oder -problemen nicht geeignet.

Weiter führen die in dieser Diät auftretenden Ketonkörper zu Mundgeruch und können auch Übelkeit und Unwohlsein verursachen. Dies zusammen mit dem oft auftretendem "Ekel" vor fettigen Lebensmitteln könnte dazu führen, dass generell weniger gegessen wird und deshalb eine Gewichtsabnahme eintritt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass von dieser Diät abzuraten ist, da sich im Ernährungsplan der Atkins - Diät nur wenig Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineral- und Ballaststoffe finden. Aus ernährungsmedizinischer Sicht, ist die Atkins-Diät aber kurzfristig durchaus geeignet abzunehmen.
(1) Foster GD, Wyatt HR, Hill JO, et al.: A randomized trial of a low-carbohydrate diet for obesity N Engl J Med. 2003 May 22;348(21):2082-90

(2) Yancy, W.S., Guyton, J.R., Bakst, R.P., et al.: A Randomized Controlled Trial of a Very-Low-Carbohydrate Diet With Nutritional Supplements Versus a Low-Fat/Low-Calorie Diet", Obesity Research, 9 (suppl 3), 2001, page 17.
 
(Interview mit Dipl. oec. troph. Anke Petruschka, medizin.de) © mediXtra 2004