Body-Town.de - günstige Sporternährung von A-Z

Aminosäuren

Aminosäuren werden in letzter Zeit immer häufiger als sicheres und wirksames Mittel der Leistungssteigerung und Alternative zu anabolen Steroiden propagiert. Auch wenn ihre Wirkung nicht mit der Megadosen anaboler Steroide verglichen werden kann, ermöglichen sie dem Sportler permanente Fortschritte auf natürliche Art.

Im Gegensatz zu den Proteinkonzentraten werden Aminosäuren in isolierter Form nicht primär als Aufbaunahrung eingesetzt, sondern man schreibt ihnen pharmakologische und leistungssteigernde Wirkungen zu, so z.B. die Steigerung der Wachstumshormonsynthese (Arginin und Ornithin), Beeinflussung psychischer Vorgänge oder die Erhöhung der Wachstumshormonausschüttung (Tryptophan). Vor allem die verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin sollen zu einer Verminderung kataboler Prozesse, die vor allem durch intensive körperliche Belastungen hervorgerufen werden, einen wichtigen Beitrag leisten.

Aminosäurepräparate werden hergestellt, in dem ein Ausgangsprotein durch einen Hydrolyseprozeß (Vorverdauungsprozeß) in die Aminosäurebausteine zerlegt wird. Man unterscheidet drei Arten von Hydrolyseprozessen, die das Endresultat entscheidend beeinflussen können: die Säure-, Basen- sowie die enzymatische Aufspaltung.

Bei der Säureaufspaltung erreicht man die Hydrolysierung mit Hilfe aggressiver Säuren. Nachteilig hierbei ist, daß ein Teil der Aminosäuren schon beim Herstellungsvorgang zerstört wird. Bei dem Prozeß werden Teile der schwefelhaltigen Aminosäuren oxidiert, wobei Asparagin und Glutamin in Asparagin- und Glutaminsäure umgewandelt werden. Bei der basischen Proteinaufspaltung werden Aminosäuren teilweise in die D-Form überführt oder ganz zerstört.

Eine Alternative stellt die enzymatische Hydrolyse dar, bei der die Aufspaltung unter Zuhilfenahme von Verdauungsenzymen geschieht, wodurch den Aminosäuren kein Schaden zugefügt wird. Die auf diese Weise gewonnenen Aminosäuren sind zwar teurer, jedoch qualitativ hochwertiger und effektiver. Sie sind auf jeden Fall den beiden anderen Verfahren vorzuziehen.

Wie bei den Proteinkonzentraten und Proteinhydrolysaten ist für die Güteklasse auch hier das Ausgangsprodukt von Bedeutung. Das Molkenprotein (Lactatalbumin) ist neben dem Eialbumin am hochwertigsten. Etwas minderwertiger ist das Casein (Milcheiweiß) anzusehen.

Von Präparaten, die aus Plasmaprotein oder Kollageneiweiß hergestellt werden, ist allerdings abzuraten, da beim Herstellungsprozeß oftmals absolut minderwertige Schlachtabfälle bzw. Sehnen von Schlachttieren verwendet werden.

 

Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA)

Den verzweigtkettigen Aminosäuren (engl.: Branched-Chain Amino Acids = BCAAs) Valin, Leucin und Isoleucin kommt eine besondere Bedeutung im Energie- und Baustoffwechsel zu, zumal die Muskulatur zu 1/3 aus verzweigtkettigen Aminosäuren besteht.

Nach einer proteinreichen Mahlzeit werden die verzweigtkettigen Aminosäuren als erstes resorbiert. Hinzu kommt, daß fast 70 % des Aminosäureanstieges im Plasma von BCAAs bestimmt wird. Sie werden vom Muskel sehr schnell aufgenommen und sind daher als erstes an der Proteinsynthese beteiligt.

Die BCAAs machen in den ersten drei Stunden nach einer Mahlzeit etwa 50-90 % der gesamten Aminosäurenaufnahme der Muskeln aus.

BCAAs versetzen den Organismus in eine anabole Stoffwechsellage, indem sie die Aufnahmefähigkeit der Muskelzellen für die freien Aminosäuren verbessern, die Insulinausschüttung stimulieren, als Ammoniakhemmer dienen und den Stickstoff zurückhalten. Sie liefern das Baumaterial für die Glutamin- und Alaninsynthese, was durch rasche Aufnahme und Verbrauch der drei verzweigtkettigen Aminosäuren während und nach der Belastung verdeutlicht wird. Der Körper kann dazu eigenes Muskelprotein und damit einen hohen BCAA-Anteil verstoffwechseln, oder die Muskelzellen decken ihren Bedarf direkt aus den freien BCAA. Da die BCAA nicht in der Leber, sondern erst im Muskelgewebe verbraucht werden, können sie für den Aufbau von Glutamin und Alanin herangezogen werden, so daß der Körper nicht auf eigenes Muskelprotein zurückgreifen muß. Diese Tatsache verdeutlicht die antikatabole Wirkung der BCAAs.

Die normalen Bedarfswerte liegen bei Isoleucin bei 10-20 mg/kg Körpergewicht, bei Leucin bei 14-55 mg/kg Körpergewicht und bei Valin bei 10-20 mg/kg Körpergewicht. BCAAs werden bei längeren Ausdauerbelastungen zunehmend von der Muskulatur aus dem Aminosäure-Pool aufgenommen und oxidiert, was zu abnehmenden BCAA-Plasmaspiegeln führt. (Bei Ausdauerbelastungen sollen neben BCAAs auch andere Aminosäuren wie Alanin, Aspartat und Glutamin oxidiert werden.)

Nach neueren Erkenntnissen erscheint jedoch der isolierte Einsatz von BCAA nicht mehr gerechtfertigt zu sein, da sie den Körper veranlassen, zuvor eingenommenes Isoleucin oder Valin überwiegend zur Energiegewinnung heranzuziehen.

Dies würde eine vermehrte Harnstoffbildung nach sich ziehen, welche den Organismus unnötig belastet. Es wird sogar angemerkt, daß die isolierte Zufuhr von Leucin, Isoleucin und Valin die Proteinsynthese für den Muskelaufbau sogar zeitweilig stören kann, so daß dazu geraten wird, BCAA-Präparate nur in Verbindung mit anderen Nahrungseiweißen einzunehmen.

 

Leistungssteigernde Wirkung der BCAA

Die meisten Studien mit BCAA beziehen sich nahezu ausschließlich auf aerobe Belastungen. Ausdauerbelastungen verringern den BCAA-Spiegel und steigern den Plasmaspiegel an freiem Tryptophan (steht in Bezug des Trägerstoffes in Konkurrenz mit den BCAAs). Ein erhöhter freier Trypotophan/BCAA-Quotient steigert den Transport von Tryptophan durch die Blutkreislauf-Gehirn-Barriere und führt somit zu einem Anstieg der Serotoninsynthese (Serotonin ist ein Tryptophanderivat), was zu einer mentalen und körperlichen Ermüdung führt. Eine zusätzliche BCAA-Zufuhr verringert daher den Quotienten und soll somit die Ermüdung verzögern.

Bei Ausdauerbelastungen von über 2 Stunden sinkt der BCAA-Spiegel, da Isoleucin, Leucin und Valin in der Muskulatur vermehrt zur Energiegewinnung herangezogen werden. Aufgrund dessen nimmt die Menge an freien Tryptophan zu, was eine vermehrte Serotinausschüttung zur Folge hat. Man vermutet, daß Serotonin die Reizleitung herabsetzt und die zentrale Ermüdung steigert.

Leucin nimmt unter den BCAAs eine besondere Stellung ein, da es auf die anabolen und antikatabolen Hormone die stärkste Wirkung hat und maßgeblich am Stickstoffmetabolismus und Ammoniakabbau beteiligt ist. Es regelt den Proteinstoffwechsel, in dem es den Proteinabbau verringert und die Proteinsynthese steigert. Durch Einnahme von Leucin werden die Plasmakonzentrationen bestimmter Aminosäuren verringert, was auf einen verringerten Proteinabbau hindeutet.

Dieses Absinken der Konzentrationen nichtsupplementierter Aminosäuren könnte auf einer verminderten Proteindegradation, einer gesteigerten Proteinsynthese, einer erhöhten Oxidation der nichtsupplementierten Aminosäuren beruhen, oder auf Aminosäuredysbalancen zurückzuführen sein.

Verzweigtkettige Aminosäuren werden während körperlichen Belastungen verstärkt zur Energiegewinnung herangezogen. Dieser Stoffwechselschritt vollzieht sich immer dann, wenn ein Mangel an Kohlenhydraten infolge entleerter Glykogenspeicher bei lang andauernden Belastungen oder unzureichend gefüllte Glykogendepots (falsche Ernährungsweise) vorliegt. Hieraus könnte man vermuten, daß die Zufuhr von BCAA während der Belastung den Abbruchzeitpunkt infolge der kohlenhydratmangelbedingten Erschöpfung hinauszögern kann. Nach unserem derzeitigen Wissensstand erscheint es jedoch sinnvoller, frühzeitig Kohlenhydrate zu substituieren und so die Leistungsfähigkeit zu erhalten bzw. steigern.

 

Fazit:

Während den meisten sportlichen Leistungen (> 2 h) ist unter BCAA-Supplementation bei gut Trainierten mit keinen direkt leistungsfördernden Effekten zu rechnen. In intensiven Trainings- und Wettkampfphasen kann der BCAA-Supplementation ein gewisses antikataboles Potential, speziell bezüglich Regeneration, zugeschrieben werden.

Mangelnde Studien über den effektiven Einsatz im Kraftsport sowie unterschiedliche Auffassungen über die Wirkung lassen nur eine bedingte Empfehlung der BCAA-Supplemente zu.

Es wird empfohlen, alle drei BCAAs (Isoleucin, Leucin und Valin) zusammen einzunehmen. Eine zeitgleiche Aufnahme von Kohlenhydraten, insbesondere während der Belastung, unterstützt die antikatabole Wirkung dieser Aminosäuren.

Im übrigen sollte noch einmal auf den proteinsparenden Effekt der Kohlenhydrate hingewiesen werden:

Gut gefüllte Glykogenspeicher (durch kohlenhydratreiche Ernährung vor und nach dem Sport) und die Zufuhr von kohlenhydrathaltigen Getränken während längerer Belastungen können den Proteinkatabolismus (Verstoffwechselung von Aminosäuren aus der Muskulatur zur Energiegewinnung) ähnlich wie BCAAs vermindern.

Sie sind jedoch erheblich günstiger und können auch nicht zu Aminosäure-Dysbalancen führen.

Hierdurch wird deutlich, welche leistungsfördernden bzw. leistungsunterstützenden Eigenschaften von einer vollwertigen, kohlenhydratbetonten Basisernährung ausgehen.

Eine (zusätzliche) leistungssteigernde Wirkung durch Aminosäurenpräparate setzt also als erstes eine kohlenhydratbetonte, vollwertige natürliche Ernährung voraus.

L-Glutamin 

Glutamin bzw. Glutaminsäure ist im Prinzip eine nicht-essentielle Aminosäure, da sie der Körper aus anderen Aminosäuren (insbesondere aus Valin und Isoleucin) herstellen kann. Sie wird aber als eine zustands-essentielle Aminosäure gehandelt, da sie bei katabolen Belastungen nicht in genügender Menge bereitgestellt werden kann und somit mit der Nahrung ergänzt werden muß.

Mit einer Konzentration von 61 % im Aminosäurepool ist Glutamin die Aminosäure, welche in freier Form in der höchsten Konzentration vorzufinden ist. Sie ist daher für die Muskelproteinsynthese sehr wichtig.

Glutamin wird durch die Aufnahme von Ammoniak aus der Aminosäure Glutaminsäure gebildet. Dadurch wird die Ansammlung des "Zellgiftes" Ammoniak verhindert, welches in erhöhten Mengen bei katabolen Situationen (intensivem Training) anfällt und zu neuromuskulären Schäden im Körper führen kann. Das entstandene Glutamin wird im Blut zur Leber transportiert und dort zu Harnstoff abgebaut, wobei die Glutaminsäure wieder zurückgebildet wird. Bei intensivem Training (im katabolen Zustand) baut der Körper Proteine zu Aminosäuren ab, um sie zur Energiegewinnung heranzuziehen. Bei diesem Prozeß werden Aminosäuren wie Arginin, Prolin, Histidin und vor allem die verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin und Isoleucin in die Glutaminsäure überführt, welche – vom Darm aufgenommen – in Alanin umgewandelt wird und als Energielieferant in die Leber gelangt. In dieser Situation kann zusätzlich aufgenommenes Glutamin den Verbrauch der o.g. Aminosäuren verringern und somit die Eiweißkatabolie vermindern.

Im katabolen Zustand (proteinabbauende Phase, z.B. beim Übertraining) sinkt die Plasmaglutaminkonzentration durch den erhöhten Bedarf der Zellen des Immunsystems. Die Glutaminfreisetzung kann durch extreme körperliche Belastung gehemmt werden, so daß den Zellen des Immunsystems nicht genügend Glutamin zur Verfügung steht.

Mittlerweile weiß man, daß intensives Gewichtstraining nicht nur die anabolen, d.h. muskelaufbauenden Prozesse fördert, sondert gleichzeitig auch den Abbau von Muskelgewebe (Katabolie) während des Trainings verursacht. Es kann also nur zu einem Gewinn an neuer Muskelmasse kommen, wenn die anabolen Prozesse (Proteinsynthese) die katabolen Prozesse (Muskelabbau) übersteigen.

Studien sollen gezeigt haben, daß Glutamin einerseits die Proteinbiosynthese erhöht und zum anderen dem Proteinabbau entgegenwirkt. Beim Muskelaufbau spielt es eine Schlüsselrolle, da ohne eine ausreichende Glutaminkonzentration in den Muskelzellen kein Muskelaufbau stattfinden kann. Dabei beruht die muskelaufbauende Wirkung von Glutamin in erster Linie auf einer Steigerung der Zellhydratation (Einlagerung von Wasser in die Zellen) bzw. einer Zunahme Zellvolumens. Ein ähnlichen Effekt (Zellhydratation) wird auch beim Creatinmonohydrat festgestellt.

Eine Zunahme des Hydratationszustands (Zellschwellung) wirkt anabol und fördert die Protein- und Glykogensynthese, während umgekehrt eine Abnahme des zellulären Hydratationszustandes (Zellschrumpfung) katabol wirkt.

Heutzutage geht man davon aus, daß beim Altern der Verlust an Muskelmasse weniger auf eine negative Stickstoffbilanz, sondern vielmehr auf den geringeren Hydratationszustand der Muskelzellen zurückzuführen ist.

Bei intensivem Training oder reduzierter Nahrungsaufnahme (Diät) gehen den Muskelzellen große Mengen an Glutamin verloren. Insbesondere die erhöhte Glutaminverwendung anderer Gewebe bei Leistungsstreß führt zu einer Glutaminentleerung im Muskel. Um diese Defizite auszugleichen, muß Glutamin verstärkt aus anderen Aminosäuren, insbesondere aus BCCAs (verzweigtkettige Aminosäuren) synthetisiert werden. Die somit entstehenden Verluste dieser Aminosäuren führen zwangsläufig zu einer verminderten Proteinbiosynthese, einer negativen Stickstoffbilanz und einem vermehrten Muskelabbau (Katabolie). Dieser Zustand schreitet solange voran, bis die Glutaminkonzentration sich wieder normalisiert hat. Eine Substitution von Glutamin bzw. verzweigtkettigen Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) würde diesen Abbauvorgängen entgegenwirken und den Muskelabbau schneller verhindern.

Angesichts des gesteigerten Verbrauches an Glutamin bei intensiver sportlicher Belastung und der durchaus positiven Wirkungen auf Regeneration und Muskelaufbau ließe sich eine Glutamin-Substitution in Erwägung ziehen. Die vielfach zugeschriebenen immunstimulierenden Wirkungen einer Glutamin-Zufuhr können aufgrund unterschiedlicher Studienergebnisse als nicht gesichert angesehen werden. Auch über die zugeführte Menge und Einzeldosis gibt es derzeit geteilte Meinungen, so daß hier keine genaue Empfehlung gegeben werden kann.

Zwar sind die vielfältigen Wirkungen von Glutamin auf den Anabolismus bzw. Anti-Katabolismus untersucht worden, jedoch läßt sich die Effektivität einer Supplementierung im Fitneßsport (Muskelaufbau) derzeit noch nicht unter Beweis stellen.

 

Powerking.de - Du hast nur eine Gesundheit

Aminosäuren

Creatin

Eiweiß

Training